Inlandsprojekt: Caritas Sozialberatung in Wien und Niederösterreich

© Caritas Sozialberatung | Beispielfoto

Die 12-jährige Jasmin* ist eine sehr gute Schülerin und sie geht gerne zur Schule. Sie ist besonders stolz, einen Platz im Gymnasium bekommen zu haben. Jasmin liebt Mathematik und möchte einmal Ärztin werden. Ihre Hobbies sind Rollschuhfahren und Schwimmen und ihre Freizeit verbringt sie gerne auf der Donauinsel. Aber heute mag Jasmin nicht in die Schule gehen. Sie ist nervös, weil die Lehrerin wieder fragen wird, ob sie den Beitrag für den Schwimmunterricht dabei hat. Sie möchte nicht, dass ihre SchulkollegInnen und die Lehrerin mitbekommen, dass ihre Mutter das Geld momentan nicht aufbringen kann.

Ihr 15-jähriger Bruder Ben* besucht die NMS und ist gerade auf der Suche nach einer Lehrstelle. Sein Wunsch ist es, KFZ-Mechaniker zu werden. Er ist Klassensprecher und in seiner Freizeit spielt er gerne Fußball. All seine Sorgen vergisst er, wenn er auf dem Fußballplatz steht und mit seiner Mannschaft trainiert.

Schulstart, Schwimmunterricht und Fußballverein bedeuten aber eine große finanzielle Herausforderung für die Mutter der beiden Kinder. Jasmins Vater hat die Familie vor vier Jahren verlassen, seitdem versorgt die Mutter Jasmin und ihren Bruder alleine. Ihr monatliches Einkommen ist nicht sehr hoch. Manchmal bleibt am Monatsende kaum noch Geld für Lebensmittel übrig.

Armut in Österreich hat viele Gesichter. Und manchmal versteckt sie sich hinter Gesichtern wie dieser kleinen Familie. Dann erkennt man sie nur, wenn man ganz genau hinschaut.

Trotz der schwierigen Lebensumstände versucht die Mutter, ihren Kindern die Teilnahme an außerschulischen Aktivitäten zu ermöglichen und sie in der Schule so gut es geht zu unterstützen. Deswegen geht sie zur Caritas Sozialberatung.

Die Sozialberatung unterstützt armutsbetroffene Menschen, wenn sie sich in einer finanziellen Notsituation befinden und dringend Hilfe brauchen. Wenn Menschen Probleme haben, ihre Miete, die Stromrechnung oder Heizkosten zu bezahlen, hilft die Sozialberatung. Manchmal können auch Lebensmittelgutscheine, Schulmaterial, Kleidung oder Fahrkarten vergeben und Kosten für Projektwochen, Schulausflüge, Sportkurse oder Theaterbesuche übernommen werden.

Die Caritas Sozialberatung ist ausnahmslos durch Spenden finanziert. Jasmin konnte mithilfe dieser Spenden weiterhin am Schwimmunterricht teilnehmen. „Ich bin sehr glücklich und mittlerweile eine der besten Schwimmerinnen meiner Klasse“. Auch Ben konnte die Mutter dank der Spenden neue Fußballschuhe kaufen. „Ich bin sehr stolz auf meine Mama. Sie macht alles, damit es mir und meiner kleinen Schwester gut geht.“

Eine kleine Spende kann für viele Familien einen großen Unterschied machen!

Wir möchten Kindern wie Jasmin und Ben helfen, ihre Wünsche zu erfüllen und sie zu Schulbeginn, bei Schulausflügen oder Sportkursen unterstützen.

*Namen geändert

Auslandsprojekt: Flüchtlingscamp im Südsudan

© Caritas Auslandshilfe | Beispielfoto

Es gibt viele arme Länder auf der Welt. Eines der Ärmsten ist der Südsudan. Seit 2011 ist das Land im Herzen von Afrika unabhängig, doch schon kurz darauf brach der Bürgerkrieg aus. Obwohl 2018 ein Friedensabkommen unterschrieben wurde, kam es weiterhin zu schlimmen Kämpfen und die Situation hat sich nur unwesentlich verbessert. Über zwei Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Die Menschen flüchten aber nicht nur wegen des Bürgerkriegs, sondern auch aufgrund des Klimawandels. Stetig steigende Temperaturen und Naturkatastrophen führen zu Ernteausfällen, die das Leben der Menschen zusätzlich erschweren. Laut Welthungerhilfe sind mehr als die Hälfte aller Südsudanes­Innen unterernährt.

12.000 Menschen leben zurzeit im Flüchtlingscamp der Don Bosco Gemeinde in Gumbo am Südrand der Hauptstadt Juba. Einer von ihnen ist der 14-jährige Kenny*. Als der Krieg sein Heimatdorf erreichte, floh seine Mutter mit ihm nach Gumbo. Sein Vater musste bleiben, weil er vom Militär eingezogen wurde. Kenny und seine Mutter haben seit drei Jahren nichts mehr von ihm gehört und fragen sich oft, wie es ihm geht.

Im Flüchtlingscamp besucht Kenny eine Schule. 60 LehrerInnen betreuen dort mehr als 2.000 Kinder aus dem Camp und aus den umliegenden Dörfern. Der Schulleiterin Isabella Michael ist es besonders wichtig, dass niemand ausgegrenzt wird. Sie hofft durch den gemeinsamen Schulbetrieb eine gute Verständigung zwischen den Flüchtlingskindern im Camp und den ortsansässigen Kindern zu schaffen. 

„Die Freundschaften, die so entstehen, machen mir Hoffnung auf eine friedliche Zukunft“, sagt sie.

Im Camp gibt es auch einen Kindergarten, eine Lebensmittelausgabe, eine Krankenstation und sichere Unterkünfte, vor allem für die Frauen und Kinder, die dort leben. Kenny vermisst sein Heimatdorf sehr. Er hofft, irgendwann einmal dorthin zurückkehren zu können. Jetzt gerade ist er aber sehr froh, in Gumbo zu sein. Er spielt mit den anderen Kindern Fußball und Volleyball und geht gerne zur Schule.

In einem Brief schreibt er: „Ich bin sehr dankbar, dass meine Mama und ich nicht vergessen wurden und dass wir jeden Tag etwas zu essen und Kleidung bekommen. Und vor allem, dass ich zur Schule gehen darf, ohne dafür bezahlen zu müssen, denn wir haben kein Geld. Ich mag es zu lesen und zu lernen. Ich hoffe, dass ich in der Schule so viel lerne, dass ich helfen kann, aus dem Südsudan einmal ein sicheres Land zu machen.“

Wir möchten Kinder wie Kenny dabei unterstützen, ihre Träume zu erfüllen. Wir möchten auch der Schule in Gumbo helfen, die Grundlagen für ein friedliches Miteinander zu schaffen.

*Namen geändert