Projekt 1: Inland

Ein Weg für Elias

„An unserem Kühlschrank hing immer ein Schloss, nur meine Mutter hatte den Schlüssel dazu. Sie bestimmte, wann wir etwas essen durften und an manchen Tagen gab es gar nichts“, erzählt Elias*. Seinen Vater hat er nicht kennengelernt, von den Alimenten haben er oder seine Geschwister nie etwas gesehen. Willkürliche Bestrafungen und Schläge mit dem Kochlöffel gehörten zu seinem Alltag. An seinem 17. Geburtstag gab es einen heftigen Streit. Elias‘ Mutter riss seine Kleidung aus dem Schrank und schmiss ihn raus. „Und plötzlich stand ich allein auf der Straße. Anstatt zu feiern, musste ich frieren. Ich hab nach links geschaut, nach rechts geschaut und mir gedacht: Was mach ich jetzt?“ 
Hilfe fand Elias im a_way, der Notschlafstelle der Caritas für junge Menschen zwischen 14 und 18 Jahren. Seit zehn Jahren bekommen Jugendliche hier ein Dach über den Kopf und eine warme Mahlzeit. Im Notfall auch mitten in der Nacht, ganz unbürokratisch und ohne Voranmeldung. Neben der Unterkunft wird auch Beratung durch ausgebildete SozialarbeiterInnen angeboten. Ziel ist es, schwierigen Wohnverhältnissen entgegenzuwirken und eine dauerhafte Wohnungslosigkeit von Jugendlichen zu verhindern. 
Der Bedarf ist groß: Im letzten Jahr nahmen über 550 Jugendliche mit unterschiedlichsten persönlichen Geschichten die Angebote von a_way in Anspruch. Das sind so viele, dass der vorhandene Platz nicht mehr ausreicht. Um mehr Plätze anbieten zu können, wird a_way dieses Jahr in eine größere Unterkunft übersiedeln.

Die LaufWunder Challenge 2017: Der Umzug und die Finanzierung von den bisherigen Schlafplätzen in der neuen Unterkunft von a_way sind bereits gesichert. Es wird aber noch dringend Geld gebraucht, um mehr Platz zu schaffen und die Schlafplätze zu verdoppeln. Schaffen wir es, dem a_way 10 neue Schlaf- und Betreuungsplätze zu ermöglichen?
Gemeinsam laufen und rollen wir, damit Kinder und Jugendliche nachts nicht auf der Straße schlafen müssen.

*Name geändert

Projekt 2: Ausland

Charkiws kleiner Flieger

„Meine Mama hat mir beigebracht Papierflugzeuge zu basteln.“ erzählt der elfjährige Dima. Seine Mutter ist vor fünf Jahren gestorben. Mit seinem Vater lebt Dima in Charkiw, weit im Osten der Ukraine. Doch Dimas Vater war arbeitslos, immer war das Geld knapp und Dima musste auf vieles verzichten, was für andere Kinder selbstverständlich war. Als seinem Vater letztes Jahr ein Job auf einer Baustelle im Ausland angeboten wurde, wusste er nicht mehr weiter. Er konnte Dima nicht mitnehmen, ihm ohne diesen Job aber kein sicheres Zuhause mehr bieten. In seiner Not wandte er sich an das Kinderdorf „Otradnoje“. In dem Kinderdorf am Rande der Stadt leben 30 Kinder, die keine Eltern mehr haben oder aus anderen Gründen nicht mehr bei ihren Eltern leben können. Die Kinder wohnen in drei Familienhäusern und werden von Pflegeeltern betreut. Dima hatte Glück: Im Haus der Pflegemutter Irina war noch ein Platz für ihn frei. Dima fühlt sich hier sehr wohl, auch wenn ihm sein Vater manchmal fehlt. Zusammen mit anderen Kindern kann er jeden Nachmittag auf dem Fußballplatz spielen, der durch das LaufWunder 2014 finanziert wurde. Außerdem baut er noch immer sehr gerne Papierflugzeuge. Er hat neue Freunde gefunden, Irina ist für ihn eine richtige Ersatzmutter geworden und sein Vater kommt ihn besuchen, wann immer es ihm möglich ist.
In Charkiw gibt es viele Kinder wie Dima, die derzeit aber keinen Platz finden, der ihnen Wärme und Geborgenheit bietet. Darum will die Caritas zwei neue Familienhäuser im Kinderdorf „Otradnoje“ bauen. Es soll Platz geschaffen werden, um weiteren 20 Kindern ein neues Zuhause zu ermöglichen.

Die LaufWunder Challenge 2017: Die Kosten für den laufenden Betrieb im Kinderdorf „Otradnoje“ bei Charkiw sind derzeit gesichert. Aber schaffen wir es, ein weiteres Familienhaus im Kinderdorf zu bauen? 
Gemeinsam laufen und rollen wir, damit Kinder und Jugendliche nachts nicht auf der Straße schlafen müssen.

*Name geändert